Oft sind wir vielen viel zu schnell. Zum Beispiel Mercedes-Benz. Genau zu dem Zeitpunkt, da die Stuttgarter gerade ihr frisch geliftetes Modell in die Schaufenster rollen, wo es noch drei Jahre Kunden locken soll, zeigen wir Ihnen bereits die nächste C-Klasse. Wie ärgerlich ...

Sorry, Mercedes-Benz. Aber darauf können wir keine Rücksicht nehmen. Unsere Leser sollen jetzt schon wissen, was ihr in Zukunft aus der kleinen Limousine macht. Der Nachfolger der C-Klasse startet im Frühjahr 2007 mit folgender Staffelung: • Limousine (3/07) • Kombi T-Modell (9/07) • Sportcoupé (3/08) • Sportcabriolet (9/08). Der Wagen mit dem Entwicklungscode W204 muss deutlich zulegen, um den Abstand zur Konkurrenz zu verringern. 2003 war die C-Klasse mit 280.358 produzierten Einheiten nur die Nummer drei im Premiumsegment – klar distanziert vom Audi A4 (354.393) und von der BMW 3er-Reihe (447.961).

Der C-Klasse-Nachfolger soll zum meistgebauten Mercedes-Benz-Modell avancieren und während der siebenjährigen Laufzeit in der Spitze auf 375.000 Einheiten pro Jahr kommen. Das Timing zumindest stimmt: Der Mittelklasse-Benz kommt ein Jahr nach der nächsten 3er- Reihe und ein Jahr vor dem neuen A4 auf den Markt.

Wie bei Mercedes-Benz üblich, gibt die S-Klasse (Vorstellung Ende 2005) die Stilrichtung für die folgenden Modelle vor. An der neuen Top-Limousine orientiert sich auch der W204, der auf formale Experimente verzichtet und das mehrfach variierte Vier-Augen-Gesicht bereits nach dem ersten Zyklus wieder ablegt. Stattdessen kommen moderne Breitbandscheinwerfer zum Einsatz, die einen breiten und flachen Plakettengrill einrahmen. Das Designteam hat ganz bewusst auf ornamentale und dekorative Elemente verzichtet. Stattdessen sehen wir eine neue Architektur mit mutigeren Proportionen. Besonders markant wirken die ausgestellten Radhäuser, die seitlich eingezogene Dachpartie, die besser integrierten Stoßfänger und die dynamische Heckpartie mit dem deutlich gepfeilten Kofferraumdeckel.

Auch innen geht die C-Klasse eigene Wege. Das Cockpit wurde komplett neu gestaltet: Ganz oben sitzt der elektrisch ausfahrbare Farbmonitor, darunter befindet sich das Bediensystem Comand III, eine Etage tiefer fällt der Blick auf die Einstellmimik der serienmäßigen Klimaautomatik.

Analog zu iDrive (BMW) und MMI (Audi) besitzt Comand III einen zentralen Drück- und Drehsteller, mit dem sich intuitiv diverse Grundfunktionen anwählen und abrufen lassen. Darüber hinaus kann der Fahrer nicht nur Radio, Telefon und Navigation, sondern auch das Automatikgetriebe bequem über Tasten am Lenkrad steuern. Aus E- und S-Klasse bekannt sind aufwändige Sonderausstattungen wie Keyless Go, Distronic und Aktivsitze.

Während die Vorderachse in Grundzügen vom Vorgänger übernommen wird, kommt hinten eine optimierte Raumlenkerachse mit Fahrschemel zum Einsatz. Verzichten müssen C-Klasse-Kunden auch in Zukunft auf die Luftfederung AIRmatic und auf den automatischen Wankausgleich ABC.

Mit Ausnahme der Vierzylinder wird die gesamte Motorenpalette erneuert. Besonders stolz sind die Schwaben auf die kompakten und leichten V6-Aggregate. Während der Sechszylinder-CDI zunächst nur als 3,0-Liter vorgesehen ist, gibt es vom Benziner drei verschiedene Hubraumvarianten: • C 250, 2,5 l, 204 PS/250 Nm • C 300, 3,0 l, 231 PS/300 Nm • C 350, 3,5 l, 258 PS/350 Nm. Nach unten wird die Baureihe durch die bekannten Kompressor-Maschinen mit 143 und 163 PS abgerundet.

Das Diesel-Angebot beginnt dem Vernehmen nach beim C 180 CDI, der 150 PS unter der Haube hat. Neu im Programm sind der C 200 CDI mit 177 PS und der C 220 CDI, der 204 PS und 440 Nm mobilisiert. Die Spitze der Power-Pyramide bildet der C 300 CDI. Sein 3,0-Liter-V6 leistet 218 PS, das maximale Drehmoment beträgt 510 Nm.

Der Trend geht auch beim Diesel immer stärker in Richtung Automatik, wobei je nach Hubraum und Leistung sechs oder sieben Fahrstufen zur Verfügung stehen. Der alternativ angebotene Handschalter verfügt stets über sechs Gänge. Und obwohl sich die aktuelle 4Matic-Generation in der C-Klasse nur schleppend verkauft, wird der Nachfolger auf Wunsch wieder mit Allradantrieb zu haben sein – vermutlich jedoch nur als C 350 und C 300 CDI.

Während für Sportcoupé und Sportcabriolet nicht alle Motoren verfügbar sein werden, übernimmt das T-Modell wahrscheinlich das komplette Programm von der Limousine. Die AMG-Strategie ist noch nicht in allen Details festgezurrt. So existiert auf dem Papier zwar ein C 32 AMG CDI V6 mit 258 PS, doch die Serienproduktion erscheint aus heutiger Sicht eher unwahrscheinlich.

Fest eingeplant ist dagegen ein Nachfolger für den C 55, dessen Leistung von 367 auf 408 PS angehoben werden soll. Möglicherweise wagt Mercedes-Benz sogar eine Kleinserie des noch stärkeren C 63 AMG, der es auf 476 Saugmotor-PS bringt. Sobald wir es genau wissen, sagen wir es Ihnen natürlich. Auch auf die Gefahr hin, dass es Mercedes-Benz wieder viel zu schnell geht.

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