Mindestens 283 Tote in Paraguay
Feuerhölle in Einkaufszentrum!



Feuerwehrmänner bei Bergungsarbeiten



Sie wollten im Einkaufszentrum Icua Bolanos bummeln gehen und verbrannten in der Flammenhölle! In Paraguays Hauptstadt Asunción starben bei einem verheerenden Großbrand am Sonntag Mittag mindestens 283 Menschen, etwa 300 wurden verletzt.

Medien und Behörden sprechen von der schlimmsten Tragödie der jüngeren Geschichte Paraguays: Hunderte Menschen erstickten qualvoll in den Flammen. Und noch sind längst nicht alle Opfer gefunden. Im Innern des Zentrums werden noch zahlreiche Tote vermutet, so Polizeisprecher Santiago Velazco. Zum Zeitpunkt des Unglücks waren bis zu 700 Menschen in dem Gebäudekomplex, die Bergungsarbeiten gehen nur schleppend voran.


Ursache des furchtbaren Feuers war offenbar eine Explosion. Laut Augenzeugen war in einer Restaurantküche eine Gasflasche explodiert. Das aus Aluminium und Holz gebaute Dach des Einkaufszentrums stand sofort in Flammen, verwandelte das Zentrum in ein Inferno. Es regnete Feuer, als ich gerade an der Kasse bezahlte, sagte ein 23-jähriger Student.


Unfassbar: Der Besitzer des Zentrums soll die Menschen in der Flammenhölle eingesperrt haben!

Zeugen erheben schwere Vorwürfe gegen Angestellte und den Eigentümer des Zentrums. Kurz nach Ausbruch des Brandes sollen sie alle Türen verschlossen haben angeblich, um Plünderungen und Zechprellerei zu verhindern. Die Überlebende Rosa Resquín berichtet der Nachrichtenagentur AFP, jemand habe Schließen!, Schließen! und Niemand geht, ohne zu bezahlen gerufen. Sie schlossen die Türen vor unserer Nase, sagte die 17-jährige Patricia Benitez, die mit Verbrennungen zweiten Grades ins Krankenhaus eingeliefert wurde.

In den 36 Jahren meines Berufslebens habe ich so etwas noch nicht gesehen, tote Leute wie eingefroren, verzweifelte Gesichter, verzweifelt darüber, nicht raus zu können, um ihr Leben zu retten, so Polizeisprecher Velazco.

Einige Anwesende hatten versucht, von außen Türen einzutreten oder dicke Schaufensterscheiben mit bloßen Fäusten zu zerstören, um einen Fluchtweg zu ermöglichen.

Ein Sprecher der Feuerwehr bestätigte der Agentur, dass die Feuerwehrleute die Türen des Einkaufszentrums verschlossen vorgefunden hätten. Die meisten Menschen seien an Rauchvergiftung gestorben, sagte Feuerwehrmann Hugo Onieva. Wenn sie sie rausgelassen hätten, wäre das nicht passiert.


Der Eigentümer des Einkaufszentrums, Juan Pío Paiva, wurde festgenommen und sitzt derzeit in Untersuchungshaft. Er soll wegen Totschlags angeklagt werden. Paiva beteuert, jeder hätte das Gebäude verlassen können und spricht von einem Sabotageakt.


Das Einkaufszentrum verfügte offenbar auch nicht über die vorgeschriebenen Sicherheitseinrichtungen. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft sollen daher auch Ermittlungen gegen das Bau-Unternehmen und gegen die Beamten, die den Betrieb des Zentrums genehmigt hatten, eingeleitet werden,


Die Behörden in der argentinischen Grenzprovinz Formosa boten medizinische Hilfe an. Für Verletzte wurden in den benachbarten Krankenhäusern mehr als 50 Betten bereit gehalten. Die Luftwaffe stellte eine Transportmaschine zur Verfügung. Argentinische Ärzte und Krankenhausmitarbeiter machten sich auf den Weg ins Nachbarland, um bei der Versorgung der zum Teil schwer verletzten Opfer zu helfen.


Paraguays Präsident Nicanor Duarte kündigte eine dreitägige Staatstrauer an. Dies ist ein Augenblick größten Schmerzes, sagte der Präsident angesichts der Tragödie.

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